Modern Arnis

Modern Arnis ist ein System der Philippinischen Kampfkünste (Filipino Martial Arts, FMA), das 1957 von Remy A. Presas (* 19. Dez. 1936, † 28. Aug. 2001) gegründet wurde. Presas entwickelte aus den alten Arnis-Systemen ein verletzungsfrei trainierbares und effektives Selbstverteidigungssystem. Dabei verband er Elemente traditioneller, philippinischer Kampfkünste mit nicht-philippinischen Kampfkünsten wie Karate, Judo und Small Circle Jujutsu .

Im Modern Arnis wird, wie in den FMA üblich, mit dem Waffentraining begonnen. Die Hauptwaffe des Modern Arnis ist der ca. 70 cm lange Rattanstock. Mit diesem werden sowohl Einzelstock-, als auch Doppelstocktechniken trainiert. Dazu kommt der Kampf mit Stock und Kurzstock. Im so genannten klassischen Bereich wird der Stock als Klingenwaffe angesehen oder durch eine Übungsmachete ersetzt.

Die Prinzipien des Kampfes mit Stock werden im Modern Arnis auf die Verteidigung mit Alltagsgegenständen und auf den waffenlosen Kampf übertragen. Daneben gehören Hebel, Festlegetechniken und Würfe zum Trainingsprogramm.

Philippinische Kampfkünste

Auf den Philippinen waren Kampfkünste immer ein fester Bestandteil der Kultur. Mit Stock, Schwert oder Speer wurden sie seit Jahrhunderten auf den Inseln trainiert und im Krieg eingesetzt. Viele Einflüsse von außen wurden aufgenommen und in vorhandene Systeme eingebunden. So entstanden die Philippinischen Kampfkünste aus der Verschmelzung der Kriegstechniken der Ureinwohner (Aeta) mit denen eingewanderter Völker, wie Mailaien, Chinesen, Japaner und Inder. In der spanischen Kolonialzeit wurden auch europäische Schwertkampfmethoden übernommen. So entstanden z.B. aus dem alten Kali und Pangamut, Arnis und Eskrima, deren Verbindung zu den Spaniern schon im Namen zu finden ist. Heute gibt es unter anderem folgende Kampfkünste auf den Philippinen:

Arnis
Entstanden aus dem Kali
Dumog
Art des philippinischen Ringens
Eskrima
Entstanden aus dem Kali
Fraile
Kampfkunst der christl. philippinischen Mönche
Pangamut
einheimische Kriegskunst auf den Philippinen
Kuntao
chinesische Kampfkunst auf den Südinseln
Sikaran
Kunst der Tritte
Suntokan
philippinisches Boxen
Yaw Yan
philippinisches Kickboxen
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Remy A. Presas

Remy Amador Presas wurde am 19. Dez. 1936 in Hinigaran in der Provinz Negros Occidental geboren. Bereits mit vier Jahren begann er das Studium des Eskrima unter seinem Großvater Leon Presas und seinem Vater Jose Presas. Mit 14 Jahren bereiste er die Philippinen und studierte unter verschiedenen Meistern deren Systeme. Dies war vor allem Balintawak unter Moncal, Maranga und Bacon, aber auch Shotokan Karate und Judo. Neben den Anpassungen des Arnis, die zur Entstehung des Modern Arnis führten, veränderte er die Art zu unterrichten. Wurde Arnis früher nur von Meister an einen Schüler weitergegeben, so unterrichtete er ganze Schulklassen. Um dies zu ermöglichen müssen moralische Werte wie Disziplin gefordert werden.

In einem kleinem Studio in Bacolod begann er in den 50er Jahren der lokalen Jugend seine Auffassung der Kampfkunst zu lehren. Er unterrichtete damit sowohl ein kulturelles Erbe, das nicht verloren gehen sollte, als auch ein sportliches Programm.

1957 ist das Geburtsjahr des Modern Arnis, das Presas seitdem fortlaufend veränderte und verbesserte.

1969 ging Presas nach Manila und gründete die Modern Arnis Federation of the Philippines. An der Universität von Manila bildete er als Professor die Sportlehrer des Landes aus. Dies und die hohe Effektivität, die Modern Arnis im Selbstverteidigungsbereich aufweisen kann hat seinen Teil zur schnellen Verbreitung beigetragen.

1975 ging er in die USA, wo er andere Kampfkünstler wie z.B. Wally Jay und George Dillman traf, die großen Einfluss auf die Entwicklung des Modern Arnis hatten. In den 80er- und 90er-Jahren reiste Presas viel und gab Lehrgänge in aller Welt.

Am 28. August 2001 verstarb Prof. Remy Amador Presas im Alter von 65 Jahren an einem Gehirntumor.

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Arnis, Eskrima, Kali

Die Philippinen bestehen aus 7107 Inseln von denen ca. 800 bewohnt sind. Immer wieder in ihrer Geschichte wurden diese Inseln teilweise oder ganz von fremden Völkern beherrscht oder besiedelt. Verschiedenste Religionen und die Einflüsse fremder Kulturen prägten die Menschen und die Kultur der Philippinen.

Die Sprachvielfalt der Philippinen ist dementsprechend überwältigend. Auf der Inselgruppe gibt es mehr als 80 Volksgruppen, mit jeweils eigener Sprache. Da ist es nicht verwunderlich, dass die auf den Philippinen verbreiteten Kampfkünste in den verschiedenen Regionen unterschiedliche Namen bekommen.

Die in der westlichen Welt am gebräuchlichsten sind Arnis, Eskrima und Kali.

Alle drei Begriffe bezeichnen die Kunst des Umgangs mit Machete und Schwert, Stock und Messer sowie den waffenlosen Kampf, wie er sich auf den Philippinen entwickelt hat.

Der älteste der drei Begriffe dürfte Kali sein. Er ist eine Verkürzung des Wortes Kalis, das ursprünglich eine große Klingenwaffe bezeichnete. Erst später wurde Kali der Name der Kampfkunst selber, die neben Waffentechniken auch waffenlose Techniken beinhaltet. Nach einer anderen Theorie soll die indische Kriegsgöttin Kali Namensgeberin gewesen sein. Bereits im achten Jahrhundert unserer Zeitrechnung wird Kali in den Aufzeichnungen des Malay Sri Vishaya Königreichs erwähnt.

Arnis ist eine Verkürzung des spanischen Begriffs Arnes de Mano, übersetzt Harnisch der Hand, also Handschützer. Die Moro-Moro-Schauspieler trugen solche Handschützer, wenn sie für die spanischen Besatzer Tanzvorführungen abhielten. In Wahrheit steckte in diesen Tänzen jedoch die verbotenen Techniken des Kali. Der verkürzte Begriff übertrug sich dann auf die Kampfkunst.

Eskrima kommt vom spanischen esgrima, das Fechten bedeutet. Wahrscheinlich wurde es von in spanischen Diensten stehenden philippinischen Kriegern begründet. Es ist verbindet spanische Fechtkunst mit den Techniken des Kali und Pangamut.

Auf den Philippinen ist der Unterschied zwischen Arnis, Eskrima und Kali eher regional bedingt. Die Begriffe werden teils synonym verwendet. In Europa und den USA findet über den Namen auch eine inhaltliche Abgrenzung statt. Verschiedene Ansichten z.B. bezüglich der Beinarbeit, der Stocklänge oder des Körpereinsatzes schlagen sich hier in unterschiedlicher Benennung nieder. Eindeutige Begriffe vereinfachen natürlich auch die Verbandsarbeit.

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Presas Anpassungen

Da die Stöcke im Arnis ursprünglich als heilig angesehen wurden, wurde ein Angriff nicht auf den Stock geblockt, sondern auf Hand und Unterarm. Was für einen realen Kampf natürlich sinnvoll ist, ist im Training eine schmerzhafte Praxis, die Viele vom Training des Arnis abhielt. So war Arnis im Aussterben begriffen und in Teilen der Philippinen waren japanische Systeme wie Karate oder Judo populärer als die heimischen Kampfkünste.

Presas veränderte diese schmerzhafte und verletzungsträchtige Technik, indem er auf den Stock blocken lies. Dadurch wird die Effektivität des System kaum verringert, wenn man zusätzlich noch bedenkt, in einer Selbstverteidigungssituaton wieder Hand und Arm anzugreifen.

Anders als im Arnis wird im Modern Arnis der Stock auch nicht als Ersatz für die Machete oder das Schwert angesehen. Damit ist ein Fassen des Stockes, z.B. zum Entwaffnen des Gegners, das bei Klingenwaffen nicht sinnvoll ist, erlaubt.

Um den Anforderungen des Unterrichts vieler Schüler gerecht zu werden, führte Presas, ähnlich wie in den japanischen Künsten üblich, Disziplin und Etikette im Dojo/Trainingsraum ein. Dazu gehört die Verbeugung vor und nach dem Training, ebenso wie der Respekt vor Trainingspartner und Lehrer.

Hier findet sich ein sehr interessantes Interview, das Dieter Knüttel 2006 mit Romy "Bebing" Lisondra, einem der ersten Schüler Remy Presas', geführt hat.

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Nicht-Philippinische Einflüsse

Remy A. Presas trainierte im Laufe seines Studiums der Kampfkünste neben philippinischen Stilen auch Shotokan Karate und Judo. In den USA kam er dann mit Vertretern des Small Circle Jujutsu zusammen. Presas hat aus vielen dieser Kampfkünste das ins Modern Arnis integriert, was ihm sinnvoll erschien. Welche Technik aus welcher Kampfkunst kommt, lässt sich heute nur noch schwer nachvollziehen. Es ist aber wahrscheinlich, das Tritte aus dem Karate übernommen wurden, Würfe aus dem Judo und Festlegetechniken und Hebel aus dem Small Circle Jujutsu.

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Technisches

Waffen des Modern Arnis

Die Hauptwaffe des Modern Arnis ist der ca. 70 cm lange Stock. Daneben gibt es noch den Kurzstock von 20 bis 40 cm Länge. Das Messer, im Training aus Kunststoff oder als stumpfes Stahl- oder Aluminiummesser, gehört ebenso dazu wie die Machete oder eine kurzes Schwert (beides beim Partnertraining natürlich in einer sicheren Trainingsvariante). Der Pocketstick, Taschenstock oder Dulo-Dulo mit einer Länge von ca. 12-17cm rundet das ganze ab. Dazu kommen eine fast unendliche Anzahl an Alltagsgegenständen.

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Rattan

Rattan ist ein Produkt aus dem Stamm der Rotangpalme, die auf den Philippinen heimisch ist. Neben der leichten Verfügbarkeit hat es weitere Vorteile, die es gegenüber anderen Hölzern auszeichnet.

Rattan besteht aus vielen dünnen, hohlen Fasern, die dazu führen, dass es relativ viel der Wucht des Schlages aufnehmen kann und das Training damit schonender für die Handgelenke ist. Außerdem bricht es nicht mit vielen Splittern, wie es andere Holzarten tun wurden, sondern wird mit der Zeit weich, da die Fasern nicht mehr längs zusammen hängen.

Der Stock muss nicht zwangsläufig aus Rattan sein. Das Material hat aber so viele Vorteile, dass es sich empfiehlt.

Ideale Länge des Rattanstockes

Die Meisten trainieren mit 70 cm langen Stöcken. Idealerweise sollte der Stock aber bei waagerecht ausgestrecktem Arm zwischen Achsel und Handinnenfläche passen. Die Länge des Stockes ist ein Merkmal, das verschiedene Stile des Arnis/Eskrima unterscheidet. Manche arbeiten mit wesentlich längeren Stöcken, manche mit kürzeren.

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Übungsformen des Modern Arnis

Modern Arnis wird in verschiedenen Formen geübt. Es gibt das relativ freie Partnertraining des Modern 1-1 und Tapi-Tapi, die Doppelstock-Übungen des Sinawali und Übungen mit Stock und Kurzstock, bzw. Messer im Espada y Daga. Im klassischen Bereich wird der Stock wieder als Machete angesehen.

Das Zwölfer-Angriffssystem

Viele FMA-Systeme haben die Einteilung der Angriffe nach Richtungen gemeinsam. Im Modern Arnis wird von zwölf ausgegangen. Dies sind Schläge zum Kopf, Oberkörper oder den Knien, und Stiche zu Augen, Brust oder Solarplexus. Die Angriffe sind eindeutig durchnummeriert, so dass Trainingsanweisungungen hier ohne komplizierte Fremdworte oder lange Erklärungen auskommen.

Einzelstock-Übungen

Modern 1-1

Im Modern 1-1 (sprich modderneinseins) wird abwechselnd von einem Trainingspartner ein Angriff durchgeführt und geblockt. Diese Grundlage wird mit Schrittarbeit, Handwechsel, Entwaffnungen und Hebel und Würfen ergänzt. Das 1-1 ist eine der ersten Übungen in der die zwölf Angriffe und die dazugehörigen Blöcke trainiert werden.

Tapi-Tapi

Im Tapi übernimmt ein Trainingspartner die Führung. Ihm stehen alle Angriffe zur Verfügung. Der Andere ist der Geführte, der nur mit Angriff eins und zwei kontern darf. Hierauf aufbauend werden Stopptechniken, Übergänge in Sinawalis, Butttechniken und Weiteres integriert.

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Doppelstock-Übungen

Sinawali

Sinawali bezeichnet eine Vielzahl an Übungen mit zwei Stöcken mit Partner, bei der bestimmte Schlagreihenfolgen in hoher Wiederholungszahl geübt werden. Dies dient unter anderem der Verbesserung der Schlagtechnik und der Koordination sowie der Vermeidung von einseitiger Belastung.

Ebensfalls mit zwei Waffen wird Espada y Daga trainiert. Es ist jedoch im Modern Arnis dem klassischen Bereich zugeordnet.

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Klassikbereich

Im klassischen Bereich wird der Stock wieder als Klingenwaffe angesehen. Das hat Auswirkungen auf Verteidigungs- und Angriffstechniken. Der Stock darf nicht mehr gefasst werden, da sich der Griff in eine Klinge als kontraproduktiv für das eigene Überleben herauskristallisiert hat. Außerdem werden mit dem Stock Schnitttechniken mit viel Körper- bzw. Hüfteinsatz ausgeführt. Die Übungsmachete bietet sich hier an, um das Gefühl für das Führen einer Klingenwaffe zu bekommen.

Espada y Daga

Espada y Daga kommt aus dem Spanischen und heißt Schwert und Dolch . Es bezeichnet also den Kampf mit einer langen und einer kurzen Waffe. Im Training wird dabei sowohl mit Stock und Kurzstock als auch mit Übungsmachete und -messer geübt. Espada y Daga wurde wahrscheinlich von in spanischen Diensten stehenden philippinischen Kriegern in die FMA eingebracht.

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Waffenloser Kampf

Ein großer Vorteil des Modern Arnis ist die Übertragbarkeit der Waffentechniken auf waffenlose Techniken. Es müssen nur geringe Modifikationen vorgenommen werden, was den Lernprozess intensiviert.

Hebel, Festlegetechniken und Würfe

Auch Hebel, die schon früh bei Entwaffnungstechniken eingesetzt werden, gehören zum System. Gerade Hebel machen Modern Arnis auch für Frauen interessant. Nicht unbedingt, um einen körperlich überlegenen Gegner stundenlang an den Boden zu fesseln oder zur nächstgelegenen Polizeidienststelle ihres Vertrauens abzuführen. Aber das effektive Befreien aus Griffen eines Angreifers stellt eine grundlegende Anforderung an ein gutes SV-System dar.

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Alltagsgegenstände

Frei nach einem großen Schwedischen Möbelhaus: Entdecke die Möglichkeiten! Gerade der Kurzstock kann sehr gut durch Gegenstände ersetzt werden, die jederzeit zur Hand sind. Zusammengerollte Zeitungen, Regenschirme, Kugelschreiber usw., um nur Einige zu nennen. Übungen mit flexiblen Gegenständen lassen sich auf Gürtel, Jacken, Schals oder Pullover übertragen.

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Kurze Geschichte der Philippinen

In prähistorischer Zeit besiedelten primitive Negritos von Zentralasien aus die Inseln. Ab ca. 200 v. Chr. verdrängten Malaien diese Stämme in die Wälder. Heute trifft man diese Aeta genannten Ureinwohner fast nur noch auf Ost-Luzon. Fremde Kulturen wie Inder, Chinesen und Japaner, sowie weiterhin Malaien beeinflussten die Entwicklung der Philippinen. Chinesen und auch japanische herrenlose Samurai siedelten auf den Inseln. Vom 14. bis Mitte des 19. Jahrhunderts kamen wiederum moslemische Malaien. All diese Kulturen brachten bei ihnen übliche Klingenwaffen, wie den malaiischen Kris, oder auch nur Prinzipien des Schwertkampfes mit. Ab ca. 1570 kamen die Spanier auf den Philippinen an und kolonisierten die Inseln. Wobei sie sich allerdings an den Moros, den moslemischen Bewohnern von Mindanao, die Zähne ausbissen.

Schon Magellan, der 1521 die Philippinen erreichte, fiel den Kampfkünsten der Filipinos zum Opfer. Wenn der Sieg der mit ca. 1500 zu 60 ziemlich überlegenen Einheimischen auch nicht sehr überraschend war, so ist doch deren Anführer Lapu-Lapu heute immer noch ein Nationalheld der Philippinen.

Die christlichen Spanier konnten einen großen Teil der Philippinen missionieren und auch die Moslems zurück drängen. Einen vollständigen Sieg konnten sie jedoch nicht erringen. So ist noch heute der Süden der Philippinen muslimisch und nie ganz befriedet worden. Was neben dem religiösem Wahn der Moslems, auch auf ihre Kenntnis der Kampfkünste zurückzufüren ist.

Die Spanier erkannten bald die Gefahr, die von Arnis bzw. damals noch Kali ausging. In jedem Filipino einen trainierten Schwertkämpfer vor sich zu haben, war den Spaniern wohl nicht geheuer. Zunächst wurde versucht Arnis unpopulär zu machen. 1764 wurde es ganz verboten.

Arnis wurde jedoch im Verborgenen weiter trainiert. Die Techniken wurden in Tanzbewegungen, die bei Fiestas auch vor den Spaniern getanzt wurden versteckt.

Nach dem spanisch-amerikanischem Krieg von 1898/99, in dem die Filipinos die Amerikaner gegen ihre Besatzer unterstützten, übernahmen die USA die Herrschaft über die Philippinen. Zuvor war den Filipinos von diesen eigentlich die Unabhängigkeit versprochen worden. Anfang Februar 1899 begann deshalb die Revolte der Filipinos gegen die neuen Besatzer. Der vier Jahre dauernde Widerstand endete mit einem Sieg der Amerikaner.

Zehn Stunden nach dem Überfall auf Pearl Habor überfielen die Japaner die Philippinen. Nun kämpften die Filipinos gemeinsam mit den Amerikanern. Im Dschungelkampf fügten die im Schwert- und Messerkampf geübten Filipinos den Japanern schwere Verluste zu.

Nach dem 2. Weltkrieg, der den Philippinen zumindest die Unabhängigkeit einbrachte, geriet Arnis zunächst in Vergessenheit, da Kriegskünste nicht mehr gebraucht wurden und nach den Erfahrungen des grausamen zweiten Weltkriegs auch nicht sehr erwünscht waren. Wenn überhaupt, so wurde das Wissen nur noch an enge Familienmitglieder und vertrauenswürdige Freunde weitergegeben. Ein Teil der Kultur der Philippinen war in Gefahr verloren zu gehen. Männern wie Remy Presas ist es zu verdanken, dass heute Arnis, Eskrima und Kali nicht nur auf den Philippinen einen festen Platz haben, sondern den ihnen gebührenden Platz neben den klassischen Kampfkünsten wie Karate, Judo, Kung-Fu und vielen anderen eingenommen haben.

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Letzte Änderung am 08.03.2007 Markus Nordhausen

DAV e.v.

Der Deutsche Arnis Verband, kurz DAV wurde am 12.10.1985 an der Sporthochschule in Köln mit dem Ziel gegründet, Modern Arnis in Deutschland bekannt zu machen und zu verbreiten.

Er ist einer der größten Verbände für philippinische Kampfkünste in Europa.

Seit 1979 wurde Arnis in Deutschland als Combat Arnis, der Stil von Cui J. Brocka trainiert. Nach Brockas Tod im Jahr 1984 gelang es Dieter Knüttel, heutiger Bundestrainer des DAV und einer der ersten Arnisadores in Deutschland, Kontakt zu Großmeister Ernesto A. Presas aufzubauen und ihn nach Deutschland einzuladen, um von Combat Arnis auf Modern Arnis umzustellen.

1994 gewann der DAV die Unterstützung von Großmeister Prof. Remy Presas, dem Begründer des Modern Arnis. Bis zu seinem Tod am 28.08.2001 hat der DAV Prof. Presas alle zwei Jahre zu verbandsoffenen Seminaren nach Deutschland eingeladen, um Arnis direkt von den Quellen studieren zu können.

Das heutige Modern Arnis des DAV orientiert sich in weiten Teilen am Stil von Prof. Presas.

Im Oktober 2005 feierte der DAV sein 20jähriges Bestehen.

Die Mitgliedschaft im DAV e.V. ist nicht zwingend notwendig, um am Training teilnehmen zu dürfen. Will man jedoch die Gurt-Prüfungen ablegen, so ist ein Mitgliedschaft notwendig. Ausserdem sind DAV-Lehrgänge für Mitglieder im Schnitt 5 € günstiger (siehe auch Lehrgänge). Bei einem Jahresbeitrag von z.Zt. 16 € hat man diesen also schnell wieder raus.

Weitere Informationen zum DAV finden sich natürlich auf der Homepage des DAV .

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Quellen

Für diesen Text wurden folgende Quellen ausgewertet:

Modern Arnis, Wikipedia, englisch
Arnis, Wikipedia, deutsch
Remy A. Presas, Wikipedia, deutsch
Das Lexikon der Kampfkünste, Werner Lind, Sport Verlag Berlin, München 2001 Nachoben;-)